Lungenspiegelung und Bronchoskopie im LungenZentrum Hirslanden Zürich

Die Bronchoskopie, auch Lungenspiegelung genannt, ist eine Untersuchung der Atemwege mit einem speziellen Endoskop. Als größte Privatklinik der Schweiz für Lungenerkrankungen führen wir im LungenZentrum Hirslanden alle modernen Formen der Bronchoskopie auf hohem Niveau durch. Diese Verfahren werden auch als interventionelle Pneumologie bezeichnet und umfassen sowohl diagnostische als auch therapeutische Eingriffe an Lunge, Atemwegen und Rippenfell.

Die Lungenspiegelung ermöglicht es uns, Luftröhre, Bronchien und Lunge direkt zu betrachten, Gewebeproben zu entnehmen und bei Bedarf therapeutische Eingriffe vorzunehmen. Im LungenZentrum Hirslanden arbeiten wir eng mit den Thoraxchirurgen des Chirurgischen Zentrums Zürich zusammen, um für jeden Patienten die passende Versorgung sicherzustellen.

Die Lungenspiegelung kommt bei verschiedenen Fragestellungen zum Einsatz. Häufige Gründe für eine Bronchoskopie sind chronischer Husten unklarer Ursache, auffällige Befunde im Röntgenbild oder CT der Lunge, Verdacht auf Lungenkrebs, wiederkehrende Lungenentzündungen, unklare Atembeschwerden oder Bluthusten. Auch zur Abklärung von Lungengerüsterkrankungen wie Lungenfibrose oder bei Verdacht auf Sarkoidose führen wir eine Bronchoskopie durch.

Neben der Diagnostik setzen wir die Lungenspiegelung auch therapeutisch ein, beispielsweise zur Entfernung von Fremdkörpern, zur Behandlung von Atemwegsverengungen, zur Stillung von Lungenblutungen oder zum Absaugen von festsitzendem Sekret.

Vor der Lungenspiegelung führen wir ein ausführliches Aufklärungsgespräch mit Ihnen. Wir erklären Ihnen den genauen Ablauf, beantworten alle Ihre Fragen und holen Ihr schriftliches Einverständnis ein. Am Untersuchungstag müssen Sie nüchtern sein, das heißt mindestens sechs Stunden vorher nichts essen. Klare Flüssigkeit (Wasser, Tee) dürfen Sie bis zu zwei Stunden vor Eingriff zu sich nehmen.

Nach der Untersuchung werden Sie in einem Aufwachraum überwacht. Bei ambulanten Bronchoskopien können Sie in der Regel noch am selben Tag nach Hause gehen. Die Ergebnisse der Gewebeuntersuchungen liegen meist nach einigen Tagen vor und werden mit Ihnen in einem Folgetermin besprochen.

Die Lungenspiegelung ist ein risikoarmes Routineverfahren. Wie bei jedem medizinischen Eingriff können jedoch Komplikationen auftreten, über die wir Sie vor der Untersuchung ausführlich aufklären. Ein Aufklärungsbogen vertieft die Informationen über Indikation, Durchführung und Risiken des Eingriffs. Bringen Sie den unterschriebenen Aufklärungsbogen bitte am Tag der Untersuchung mit ins Lungenzentrum Hirslanden.

Die flexible Bronchoskopie ist das am häufigst eingesetzte Verfahren zur Untersuchung der Atemwege. Das flexible Bronchoskop hat einen Durchmesser von nur zwei bis sechs Millimetern und lässt sich dank seiner Beweglichkeit bis in die feinsten Verzweigungen der Bronchien vorschieben. Dadurch erreichen wir auch periphere Lungenbereiche und können dort gezielt Gewebeproben entnehmen.

Die flexible Lungenspiegelung wird meist in Sedierung durchgeführt, sodass Sie während der Untersuchung nichts mitbekommen. Der Rachen wird zusätzlich lokal betäubt. Die Untersuchung dauert je nach Fragestellung zwischen 15 und 30 Minuten und kann in den meisten Fällen ambulant durchgeführt werden. Die Atemwege besitzen keine Schmerzrezeptoren, daher ist die eigentliche Untersuchung schmerzfrei.

Bei größeren therapeutischen Eingriffen setzen wir im LungenZentrum Hirslanden die starre Bronchoskopie ein. Das starre Bronchoskop besteht aus einem Metallrohr mit größerem Durchmesser und bietet einen stabilen Arbeitskanal für komplexere Eingriffe. Die starre Lungenspiegelung wird immer in Vollnarkose durchgeführt und kommt insbesondere bei der Behandlung von Atemwegsverengungen, der Entfernung größerer Fremdkörper oder beim Einsetzen von Stents zum Einsatz.

Häufig kombinieren wir die starre mit der flexiblen Bronchoskopie, um die Vorteile beider Verfahren zu nutzen.

Der endobronchiale Ultraschall ist eine Weiterentwicklung der Bronchoskopie, bei der ein Ultraschallgerät in das Bronchoskop integriert ist. Mit dem EBUS können wir Strukturen außerhalb der Atemwege wie Lymphknoten, Blutgefäße und Tumore detailliert darstellen und unter direkter Ultraschallsicht gezielt punktieren oder biopsieren. Diese Methode hat die Diagnostik von Lungenkrebs und anderen thorakalen Erkrankungen wesentlich verbessert.

Der EBUS ermöglicht es uns, vergrößerte Lymphknoten im Brustkorb abzuklären, ohne dass ein chirurgischer Eingriff wie eine Mediastinoskopie notwendig wird. Die Gewebeproben werden unter Echtzeitkontrolle entnommen, was eine hohe diagnostische Genauigkeit gewährleistet. Auch bei Verdacht auf Sarkoidose, Tuberkulose oder Lymphomen ist der EBUS ein wertvolles diagnostisches Instrument.

Für die Untersuchung peripherer Lungenrundherde verwenden wir miniaturisierte radiale Ultraschallsonden, die über den Arbeitskanal des Bronchoskops eingeführt werden können.

Bei schwer zugänglichen Lungenrundherden setzen wir moderne Navigationssysteme ein. Die elektromagnetische Navigationsbronchoskopie funktioniert ähnlich wie ein GPS-System und ermöglicht es uns, auch kleinste Veränderungen in der Lunge millimetergenau zu lokalisieren. Auf Basis spezieller computertomographischer Aufnahmen können wir während der Bronchoskopie in Echtzeit navigieren und präzise Gewebeproben entnehmen.

Während der Bronchoskopie können wir verschiedene Arten von Proben entnehmen. Mit kleinen Zangen entnehmen wir Gewebeproben aus verdächtigen Bereichen der Bronchialschleimhaut oder des Lungengewebes. Diese Biopsien werden anschließend feingeweblich untersucht.

Bei der transbronchialen Kryobiopsie wird mittels einer Kältesonde Lungengewebe an die Sonde angefroren und entnommen. Diese Methode liefert größere und qualitativ hochwertige Gewebeproben im Vergleich zu herkömmlichen Zangenbiopsien und wird insbesondere bei unklaren Lungengerüsterkrankungen eingesetzt.

Die bronchoalveoläre Lavage ist eine Lungenspülung, bei der Flüssigkeit in die tiefen Atemwege eingebracht und wieder abgesaugt wird. Die gewonnene Spülflüssigkeit kann mikrobiologisch, zytologisch und immunologisch untersucht werden. Dieses Verfahren kommt besonders bei Verdacht auf Lungenentzündungen, interstitielle Lungenerkrankungen oder bei immungeschwächten Patienten zum Einsatz.

Wenn Tumoren, Narbengewebe oder andere Veränderungen die Atemwege verengen und zu Atemnot führen, können wir mit therapeutischen Bronchoskopien die Luftwege wiedereröffnen. Mit der Lasertherapie können wir krankhaftes Gewebe in den Atemwegen präzise abtragen. Die Argon-Plasma-Koagulation ermöglicht es uns, Gewebe zu veröden und gleichzeitig Blutungen zu stillen. Bei narbigen Verengungen setzen wir Dilatationsballons ein, um die Atemwege zu erweitern. Falls notwendig, können wir auch Stents in die Atemwege einlegen.

Patienten mit fortgeschrittenem Lungenemphysem leiden häufig unter starker Atemnot aufgrund einer Überblähung der Lunge. Die bronchoskopische Lungenvolumenreduktion bietet hier eine schonende Behandlungsmöglichkeit ohne Operation. Dabei setzen wir während einer Bronchoskopie kleine Ventile in die Atemwege ein, die eine Entlüftung der überblähten Lungenbereiche bewirken. Die Indikation zur Lungenvolumenreduktion wird in einem interdisziplinären Emphysemboard im Beisein von erfahrenen Radiologen, interventionellen Pneumologen und Thoraxchirurgen gestellt.

Neben den bronchoskopischen Verfahren behandeln wir im LungenZentrum Hirslanden auch Erkrankungen des Rippenfells. Bei Flüssigkeitsansammlungen zwischen Lunge und Brustwand führen wir Pleurapunktionen durch, um die Flüssigkeit zu untersuchen und bei Bedarf abzulassen. Bei größeren oder wiederkehrenden Ergüssen legen wir Pleuradrainagen ein, die eine dauerhafte Ableitung ermöglichen. Bei Bedarf werden unsere Thoraxchirurgen mittels minimalinvasiver Operationsmethode (video-assistierte Thorakoskopie) die Diagnostik und Behandlung verschiedener Pleuraerkrankungen wie Lungenkollaps (Pneumothorax), Pleuraergüssen, Pleuraempyemen (Eiteransammlung) und Mesotheliomen durchführen.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Alle Bronchoskopien im LungenZentrum Hirslanden werden von erfahrenen Pneumologen durchgeführt. Wir arbeiten dabei eng mit anderen Fachdisziplinen zusammen, insbesondere mit der Thoraxchirurgie, Radiologie, Pathologie und Onkologie. In regelmäßigen interdisziplinären Tumorboards besprechen wir komplexe Fälle und legen gemeinsam die passende Behandlungsstrategie fest.

Diese vernetzte Versorgung innerhalb der Klinik Hirslanden ermöglicht es uns, für jeden Patienten ein individuell abgestimmtes Therapiekonzept zu entwickeln. Von der ersten Bronchoskopie über die Diagnosestellung bis zur Therapie und Nachsorge profitieren Sie von unserem umfassenden Leistungsspektrum auf hohem Niveau.