Board für Lungenemphysem im LungenZentrum Hirslanden Zürich

Das Board für Lungenemphysem ist eine regelmäßige interdisziplinäre Konferenz, in der Fachärzte verschiedener Disziplinen Patienten mit fortgeschrittenem Lungenemphysem gemeinsam besprechen. Als größte Privatklinik der Schweiz für Lungenerkrankungen bieten wir im LungenZentrum Hirslanden diese strukturierte interdisziplinäre Zusammenarbeit nach hohen fachlichen Standards.

Im Emphysem-Board werden alle diagnostischen Befunde analysiert und die individuell passende Behandlungsstrategie für jeden Patienten festgelegt. Ein besonderer Fokus liegt auf der Beurteilung, ob Sie von einer Lungenvolumenreduktion profitieren können. Diese gebündelte Fachkompetenz gewährleistet Ihnen eine umfassende Beurteilung Ihrer Erkrankung und eine auf aktuellem medizinischem Wissen basierende Therapieempfehlung.

Ein Lungenemphysem ist eine chronische Lungenerkrankung, bei der die Lungenbläschen (Alveolen) geschädigt sind. Die feinen Wände zwischen den Lungenbläschen werden zerstört, wodurch größere Lufträume entstehen. Die Lunge verliert ihre Elastizität und kann sich nach dem Ausatmen nicht mehr vollständig zusammenziehen. Dadurch bleibt vermehrt Luft in der Lunge zurück – die Lunge ist überbläht.

Das Lungenemphysem ist meist Teil der COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und entsteht in den meisten Fällen durch langjähriges Rauchen. Seltener liegt ein angeborener Alpha-1-Antitrypsin-Mangel zugrunde.

Typische Symptome sind Atemnot bei körperlicher Belastung, die im Verlauf auch in Ruhe auftreten kann, verminderte körperliche Leistungsfähigkeit, chronischer Husten und ein Engegefühl in der Brust. Die Überblähung der Lunge führt dazu, dass das Zwerchfell abgeflacht wird und nicht mehr effektiv arbeiten kann.

Am Emphysem-Board nehmen Fachärzte unterschiedlicher Disziplinen teil, die ihre jeweilige Fachkenntnis einbringen:

  • Pneumologen mit Fokus auf COPD und Lungenemphysem
  • Thoraxchirurgen für operative Lungenvolumenreduktion
  • Radiologen für die Beurteilung der CT-Aufnahmen und Verteilung des Emphysems
  • Interventionelle Pneumologen für bronchoskopische Lungenvolumenreduktion

Diese breite fachliche Zusammensetzung ermöglicht eine umfassende Betrachtung Ihrer Erkrankung und eine fundierte Beurteilung aller Behandlungsoptionen.

Vor der Board-Sitzung werden alle relevanten Untersuchungsergebnisse zusammengetragen. Dazu gehören Lungenfunktionstests, Belastungsuntersuchungen, hochauflösende Computertomographien der Lunge, Blutgasanalysen und Informationen zu Ihrem allgemeinen Gesundheitszustand und Ihrer körperlichen Belastbarkeit.

In der Board-Sitzung wird Ihr Fall ausführlich präsentiert. Die Radiologen zeigen die CT-Bilder und beurteilen die Verteilung des Emphysems in der Lunge. Dies ist wichtig, da bei ungleichmäßiger Verteilung mit stark überblähten Bereichen neben weniger betroffenen Lungenabschnitten eine Lungenvolumenreduktion besonders sinnvoll sein kann.

Die Pneumologen stellen Ihre Krankengeschichte, Symptome und Lungenfunktionswerte vor. Wichtig ist auch die Beurteilung, ob Sie trotz der Atemnot noch körperlich trainieren können, denn eine gute körperliche Verfassung ist für den Erfolg einer Lungenvolumenreduktion wichtig.

Gemeinsam diskutieren die Fachärzte, ob Sie von einer Lungenvolumenreduktion profitieren können und welches Verfahren – bronchoskopisch oder chirurgisch – für Sie am besten geeignet ist. Berücksichtigt werden dabei die Verteilung des Emphysems, Ihre Lungenfunktion, Ihr Allgemeinzustand und Ihre persönlichen Wünsche.

Am Ende der Besprechung wird eine Therapieempfehlung ausgesprochen. Diese wird anschließend mit Ihnen in einem ausführlichen Gespräch besprochen. Dabei erläutern wir Ihnen die vorgeschlagene Behandlung, beantworten Ihre Fragen und planen gemeinsam mit Ihnen die weiteren Schritte.

Die Diagnose eines Lungenemphysems und die Beurteilung für eine mögliche Lungenvolumenreduktion erfordern verschiedene Untersuchungen.

Die Lungenfunktionsprüfung zeigt, wie stark Ihre Lungenfunktion eingeschränkt ist. Typisch für ein Emphysem ist eine Überblähung der Lunge mit erhöhtem Residualvolumen und verminderter Einsekundenkapazität.

Die hochauflösende Computertomographie der Lunge ist entscheidend für die Beurteilung der Emphysemverteilung. Sie zeigt, ob das Emphysem gleichmäßig in der gesamten Lunge verteilt ist oder ob bestimmte Bereiche stärker betroffen sind. Bei ungleichmäßiger Verteilung können die stark überblähten Bereiche die weniger betroffenen Lungenabschnitte komprimieren.

Der Sechs-Minuten-Gehtest misst Ihre körperliche Belastbarkeit. Die Strecke, die Sie in sechs Minuten gehen können, gibt wichtige Hinweise auf Ihre Leistungsfähigkeit.

Die Blutgasanalyse zeigt, ob Ihre Sauerstoff- und Kohlendioxidwerte im Blut normal sind oder ob bereits eine Ateminsuffizienz vorliegt.

Eine Echokardiographie des Herzens hilft, Begleiterkrankungen zu erkennen und die Belastbarkeit Ihres Herzens zu beurteilen.

Die Behandlung des Lungenemphysems umfasst verschiedene Ansätze. Die wichtigste Maßnahme ist der Rauchstopp, falls Sie noch rauchen. Das Rauchen aufzugeben ist entscheidend, um ein weiteres Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Medikamentös werden bronchienerweiternde Medikamente eingesetzt, die Sie inhalieren. Diese verbessern die Atmung und reduzieren die Atemnot. Bei häufigen Verschlechterungen können zusätzlich entzündungshemmende Medikamente notwendig sein.

Die Lungenrehabilitation ist ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Durch gezieltes Training können Sie Ihre körperliche Leistungsfähigkeit verbessern und lernen, mit der Atemnot besser umzugehen.

Bei fortgeschrittenem Emphysem mit ausgeprägter Überblähung kann eine Lungenvolumenreduktion in Frage kommen. Dabei werden die am stärksten überblähten Lungenabschnitte verkleinert oder entfernt. Dadurch gewinnen die weniger betroffenen Lungenbereiche mehr Raum, das Zwerchfell kann wieder effektiver arbeiten und die Atemnot verringert sich.

Bei der bronchoskopischen Lungenvolumenreduktion werden während einer Bronchoskopie kleine Ventile in die Atemwege der stark überblähten Lungenbereiche eingesetzt. Diese Ventile lassen Luft aus dem überblähten Bereich heraus, verhindern aber, dass beim Einatmen neue Luft hineinströmt. Dadurch schrumpft der überblähte Bereich und die gesünderen Lungenabschnitte können sich besser entfalten.

Dieser Eingriff ist schonender als eine Operation und kann in den meisten Fällen in Sedierung durchgeführt werden. Nicht alle Patienten sind für diese Methode geeignet. Voraussetzung ist, dass das Emphysem ungleichmäßig verteilt ist und dass zwischen den Lungenlappen keine Verbindungen (Kollateralventilation) bestehen, die ein Kollabieren des Lungenabschnitts verhindern würden.

Das LungenZentrum Hirslanden verfügt über umfangreiche Erfahrung mit der bronchoskopischen Lungenvolumenreduktion und führt diese Behandlung in enger Zusammenarbeit mit den Thoraxchirurgen durch.

Bei der chirurgischen Lungenvolumenreduktion werden die am stärksten überblähten Lungenabschnitte operativ entfernt. Dieser Eingriff kann in vielen Fällen minimal-invasiv mittels videoassistierter Thorakoskopie durchgeführt werden.

Die chirurgische Lungenvolumenreduktion kommt insbesondere dann in Betracht, wenn eine bronchoskopische Behandlung aufgrund anatomischer Gegebenheiten nicht möglich ist oder wenn zusätzlich große Emphysemblasen (Bullae) entfernt werden sollen.

Der Eingriff wird in Vollnarkose durchgeführt. Nach der Operation werden Sie zunächst auf der Intensivstation betreut und anschließend auf der Normalstation weiter versorgt.

Nicht alle Patienten mit Lungenemphysem sind für eine Lungenvolumenreduktion geeignet. Das Emphysem-Board beurteilt sorgfältig, ob Sie von diesem Eingriff profitieren können.

Gute Voraussetzungen bestehen, wenn das Emphysem ungleichmäßig verteilt ist mit stark überblähten Bereichen vor allem in den Oberlappen der Lunge, Sie unter ausgeprägter Atemnot leiden trotz optimaler medikamentöser Behandlung, Ihre Lungenfunktion in einem bestimmten Bereich liegt (nicht zu gut, aber auch nicht zu schlecht), Sie nicht mehr rauchen oder bereit sind, mit dem Rauchen aufzuhören, und Sie trotz der Erkrankung noch eine gewisse körperliche Belastbarkeit haben.

Weniger geeignet ist die Lungenvolumenreduktion, wenn das Emphysem gleichmäßig in der gesamten Lunge verteilt ist, schwere Begleiterkrankungen vorliegen, die das Risiko erhöhen, oder die Lungenfunktion bereits sehr stark eingeschränkt ist.

Das Emphysem-Board beurteilt alle diese Faktoren und gibt Ihnen eine fundierte Empfehlung.

Nach einer Lungenvolumenreduktion ist eine Rehabilitation wichtig. In unserem ambulanten Rehabilitationsprogramm trainieren Sie gezielt Ihre körperliche Leistungsfähigkeit und lernen, die verbesserte Lungenfunktion optimal zu nutzen.

Regelmäßige Nachkontrollen mit Lungenfunktionstests und Belastungsuntersuchungen helfen, den Erfolg der Behandlung zu überprüfen. Bei Bedarf wird Ihr Fall erneut im Emphysem-Board besprochen und die weitere Therapie angepasst.

Das Emphysem-Board steht auch für Zweitmeinungen und externe Zuweisungen zur Verfügung. Wenn Sie bereits an anderer Stelle behandelt werden und eine Einschätzung wünschen, ob eine Lungenvolumenreduktion für Sie in Frage kommt, besprechen wir Ihren Fall gerne in unserem Board.

Zuweisende Ärzte können ihre Patienten zur Board-Besprechung anmelden. Nach der Besprechung erhalten sie einen ausführlichen Bericht mit der Beurteilung und Therapieempfehlung des Boards.

Vorteile der Emphysem-Board-Besprechung

Die Besprechung Ihres Falls im Emphysem-Board bietet Ihnen wichtige Vorteile. Verschiedene Fachärzte bringen ihre Fachkenntnis ein und beurteilen gemeinsam, ob Sie von einer Lungenvolumenreduktion profitieren können und welches Verfahren für Sie am besten geeignet ist.

Die gemeinsame Beurteilung durch Pneumologen, Thoraxchirurgen und Radiologen gewährleistet, dass alle relevanten Aspekte berücksichtigt werden. Die Behandlung basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Leitlinien.

Die strukturierte interdisziplinäre Zusammenarbeit stellt sicher, dass Sie die für Sie passende Behandlung erhalten. Für Sie bedeutet dies eine hohe medizinische Sicherheit und die Gewissheit, dass Ihre Behandlung von einem erfahrenen Team getragen wird.